26.07.2019

Coaching-Erfolge fallen nicht einfach vom Himmel!

Wenn Sie ein neues Sofa für Ihr Wohnzimmer kaufen wollen, besuchen Sie wahrscheinlich das eine oder andere Möbelhaus. Sie sitzen Probe, Sie fahren mit den Fingern über die Oberflächen, Sie überlegen, welche der angebotenen Bezugfarben Ihnen gefällt und so weiter. Sie treffen schließlich Ihre Wahl und freuen sich auf die Lieferung.

Endlich stehen die Möbelpacker mit dem neuen Teil vor der Tür, Sie zeigen ihnen den Weg in das richtige Zimmer – und erleben eine böse Überraschung: Das gute Stück ist viel zu groß, es passt ja gar nicht zwischen die Schrankwand und das Aquarium. Und auch sonst nirgendwohin in diesem Raum.

Sollten Sie da etwas vergessen haben?

Und wann haben Sie dies bezüglich Ihrer Mitarbeitern zuletzt beachtet?

 

Kein Raum für bessere Coaching-Ergebnisse?

Vielleicht kommt Ihnen die Geschichte absurd vor: Wer vergisst schon, sich über die Rahmenbedingung der Raumgröße Gedanken zu machen, bevor er Tatsachen schafft. Doch ich kann Ihnen versichern, dass sie sich analog jeden Tag in Büros und Besprechungszimmern wiederholt: Führungskräfte wollen ihre Mitarbeiter mit einem guten Coaching voranbringen – und vergessen dabei, die Rahmenbedingungen dafür bereitzustellen.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern sogar kontraproduktiv: Sie und Ihre Mitarbeiter verbraten wertvolle Zeit und am Ende sind Sie beide enttäuscht. Ihr Mitarbeiter fühlt sich weder verstanden noch gefördert. Und Sie haben womöglich den Eindruck, dass Ihr Mitarbeiter entweder nicht fähig oder willens ist, Ihre Unterstützung bei seiner Entwicklung anzunehmen. Verhelfen Sie sich und Ihren Mitarbeitern zu besseren Coaching-Ergebnissen, indem Sie die folgenden vier Rahmenbedingungen gewährleisten:

 

Rahmenbedingung Nr. 1: Der Coachee ist der Experte.

Von diesem Grundgedanken getragen agieren Sie als Führungskraft, die Coachingtools verwendet, nie besserwisserisch: Sie geben nicht die Lösung vor, sondern Sie regen Ihren Mitarbeiter an, selbst Lösungen zu entwickeln. Geben Sie ihm das Vertrauen, dass er das kann – nur damit kann er sich weiterentwickeln.

 

Rahmenbedingung Nr. 2: Sie hören zu.

Gestalten Sie Ihr Zuhören aktiv und emphatisch. Das bedeutet auch: Nehmen Sie sich Zeit. Mal eben so nebenbei, wenn Sie mit Ihren Gedanken ganz woanders sind, lässt sich kein einziges Coaching-Tool sinnvoll einsetzen. An der Frage, ob Sie es schaffen, sich einzulassen und Ihrem Mitarbeiter zehn Minuten konzentriert zuzuhören, entscheidet sich Ihr Coaching-Erfolg.

 

Rahmenbedingung Nr. 3: Gehen Sie in positive Resonanz.

Bauen Sie Vertrauen auf. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie in positiver Resonanz mit dem anderen sind. Und je mehr ein Mensch Ihnen vertrauen und sich Ihnen gegenüber öffnen soll, desto mehr Resonanz ist nötig. Zugewandtheit schafft eine solche Resonanz. Ob die Resonanz schon besteht, können Sie an vielen kleinen körperlichen Signalen ablesen. Vielleicht kennen Sie den Wasserglastest schon: Wenn Sie spontan zu Ihrem Glas greifen, sobald Ihr Gesprächspartner dies auch tut, ist das ein Hinweis, dass sich zwischen Ihnen Resonanz aufbaut … Dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

 

Rahmenbedingung Nr. 4: Stellen Sie genügend Fragen.

Stellen Sie immer wieder Fragen, damit Sie sicher gehen, dass Sie wissen, was Ihr Gegenüber meint. Oft glauben wir nur, Dinge verstanden zu haben.

In Wirklichkeit gehen wir unbewusst von Voraussetzungen aus, die so gar nicht mit der Realität übereinstimmen. Fragen Sie deshalb lieber einmal mehr als einmal weniger, um so positiven Impact zu optimieren. Formulieren Sie Ihre Fragen auch bewusst wertschätzend und unterstützen Sie den anderen bei seiner Lösungsfindung.

 

Diese vier Rahmenbedingungen sind mit einiger Übung nicht schwer herzustellen. Damit schaffen Sie den Raum, um Ihre Coaching-Tools effektiv anwenden zu können. Es lohnt sich für Sie, Ihre Mitarbeiter – und Ihr Unternehmen.

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