22.02.2019

Skalierungsfragen: ein einfaches Tool mit Erfolgsgarantie

Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie wichtig ist Ihnen Ihre Familie? Wie wichtig ist Ihnen eine Partnerin mit Humor? Solchen Fragen begegnen Sie unter anderem auf Singleportalen, wenn es darum geht, zu erfahren, wie Sie ticken und herauszufinden, was Sie sich von Ihrem Partner wünschen. Und Sie müssen nichts anderes tun, als spontan eine Zahl einzutragen. Total einfach – von der Methodik her auch für berufliche Themen geeignet.. Auch wenn Sie Ihren Traumpartner schon gefunden haben …

Der perfekte Kollege

Vielleicht haben Sie in Ihrem Unternehmen auch mit festgefahrenen strukturellen Konflikten zu kämpfen. Nichts geht vorwärts. Eine Lösung scheint nicht in Sicht. Es kann natürlich auch sein, dass es Konflikte zwischen Abteilungen oder Mitarbeitern gibt, die einfach nicht aufeinander zugehen. In solchen Fällen greife ich gerne auf Skalierungsfragen zurück. Das ist ein auf den ersten Blick einfaches Tool, denn meine Gesprächspartner müssen nichts weiter tun, als anhand einer Skala ihren Gemütszustand oder ihr Erleben einer bestimmten Situation einzuordnen. Dabei sind die Eckpunkte deutlich als Pole formuliert. Und ja, es darf auch manchmal ein Hauch Humor mitschwingen ;-) Wenn es z.B. um das persönliche Wohlbefinden geht, dann bedeutet Zehn vielleicht so etwas wie orgiastisch großartig, eins hingegen scheintot. Aber halten wir uns nicht allzu lange mit der grauen Theorie auf. Let’s go to practice!

Mit Skalierungsfragen aufeinander zugehen

Regine hatte in ihrer Leasingfirma ein hartnäckiges Problem: Der Vertriebsaußen- und der Innendienst funktionierten einfach nicht mehr. Also bat sie beide getrennt voneinander zum Gespräch und ließ sie jeweils die Situation auf einer Skala einordnen. „Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit mit dem Außendienst bzw. Innendienst ein?“, lautete die Frage. „Vier“ die Antwort von beiden. Okay, dann scheinen ja beide immerhin eine gleiche Basis zu haben. Nachdem beide erklärt hatten, warum sie eine Vier vergaben, machte Regine die Skala dynamisch. Es stellte sich heraus, dass der Außendienstler vor zwei Jahren noch eine sieben oder acht vergeben hätte. Aber ihm fehle beim Kollegen vom Innendienst jegliche Motivation. Dann der Schlüsselmoment: Regine fragte, was passieren oder sich ändern müsste, damit aus einer Vier eine Fünf wird. Beide hatten eine Reihe von Vorschlägen. In einem gemeinsamen Gespräch arbeiteten dann Innen- und Außendienst alle Lösungsvorschläge durch und fanden einen gemeinsamen Nenner – eigenständig.

Step by step

Wahrscheinlich sehen Sie den Vorteil der Skalierungsfragen. Sie finden heraus, was helfen könnte, damit der jetzige Zustand besser wird? Fragen Sie Ihre Mitarbeiter: War es schon mal besser/schlechter und was hat damals zur Besserung oder Verschlechterung beigetragen? Während andere Fragemethoden manchmal große Mammutprojekte offenlegen, die schon allein durch ihre Komplexität abschrecken, sind Skalierungsfragen oft leichter verdaulich und dadurch hilfreich. Denn: Es sind kleine Schritte, die schnell und einfacher umgesetzt werden können. Wiederholen Sie die Skalierungsfragen immer wieder. Die Wiederholungen helfen, die Veränderung nachzuhalten und den Transfer ins reale Leben zu sichern – so dass Ihre Kunden diese bemerken und Ihnen auch zurückmelden. Dann sind Sie bereit für den nächsten Schritt. Also: Auf einer Skala von eins bis zehn …?

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